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Paläontologische Ausstellung


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    Die paläontologische Ausstellung erzählt die Geschichte der Lebewesen auf unserem Planeten von den Anfängen bis zum heutigen Tag. Das Erdinnere birgt Zeugnisse aus den vergangenen Zeitaltern der Erdgeschichte. Dies sind Versteinerungen von Tieren und Pflanzen, auch Fossilien genannt, die im Gestein überdauert haben. Die Ausstellung wurde auf Grund der zeitlichen Gliederung der Erdgeschichte in Ären und Perioden eingeteilt. Jeder Teil der Ausstellung ist ein einzelner Zeitabschnitt der Erdgeschichte.

    Die Ausstellung beginnt mit der Charakteristik des Archaikums und des Proterozoikums. Seit der Entstehung der Erde vor 4,6 Milliarden Jahren sinkt die Oberflächentemperatur der Erde und die Erdkruste verfestigte sich zunehmend, es entstanden Meere und Ozeane – die „Wiege des Lebens“. Die einfachsten Lebensformen waren Einzeller. In Versteinerungen blieben diese meist nicht erhalten, aber es gibt indirekte Beweise ihrer Existenz – es ist der Kohlenstoff-Mineral Shungit, der aus uralten Meeresorganismen entstanden ist, zu besichtigen. Am weitesten verbreitet sind die aus Cyanobakterien oder Blaualgen entstandenen Stromatolithen. Die ältesten bekannten mehrzelligen Lebewesen traten in der jüngsten Periode des Proterozoikums – dem Ediacarium – auf.

    Das nächste Erdzeitalter, das Paläozoikum, dauerte 335 Millionen Jahre. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Erdkruste bedeutend. Die Verteilung der Ozeane und der Landmassen hat sich durch die Entstehung und das allmähliche Verschwinden von Gebirgsmassiven geändert. Alle diese Veränderungen haben das Klima lokal und global beeinflusst. Zu Beginn des Paläozoikums bestanden schon gut entwickelte multizelluläre Organismen, seit dem Kambrium entwickelte sich die Wirbelsäule bei den Tieren – Schalen und verschiedene äußere Hüllen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit in Fossilien Millionen Jahre überdauert haben. Doch dies schütze sie nicht immer vor solchen Raubtieren wie dem Anomalocaris.

    Heteromorphe Meeresbewohner wie Molluske, Armfüßer, Korallen, Schwämme, Seeskorpione etc. sind für das Ordovizium und Silur charakteristisch. Kopffüßer (Orthoceratidae), die Verwandten der heutigen Kalmare und Octopoden, waren gute Schwimmer. Ihre geraden und gewundenen Schalen sind im Kalkstein aus dem Ordovizium und Silur zu finden. Groß war auch die Vielfalt der Trilobiten. Trilobiten konnten sich zusammenrollen, um so die leicht verwundbare Bauchseite zu schützen.

    Während des Devons befand sich die Region, die wir heute als Lettland kennen, nahe dem Äquator. Im Gestein der Devon-Zeit sind häufig Fossilien von Armfüßern und Mollusken zu finden. Die Bodenvitrinen im mittleren Teil des Ausstellungsraums zeigen die „Weltherrscher“ des Devons – die Fische. Der größte Teil der Exponate wurde in Gesteinen in Lettland, die vor 360–410 Millionen Jahren entstanden sind, gefunden. Diese Gesteine sind weit verbreitet in freigelegten Flusstälern und Lagerstätten von Bodenschätzen fast überall in Lettland. Viele wertvolle Funde von Wissenschaftlern kommen aus der Lehmgrube Lodes. Teil der Ausstellung sind auch die einzigartigen Fossilien des Panzerfisches Asterolepis ornata und des Quastenflossers Panderichthys aus eben dieser Lehmgrube. Gegen Ende des Devons entwickelten sich aus den Quastenflossern die ersten Landwirbeltiere (Tetrapoda) – dazu gehören die Amphibien, die Reptilien, die Vögel und die Säugetiere einschließlich des Menschen.

    Im Karbon entstanden in weitausgedehnten Kohlesümpfen die weltgrößten Vorräte an Steinkohle. Verbreitet waren bis zu 30 oder 40 Meter hohe Vorfahren der Bärlapppflanzen, Schachtelhalme und Farne. Feuchtgebiete wurden von Amphibien bewohnt. Während des Perms waren  die Reptilien die ersten Wirbeltiere, deren Fortpflanzung und Verbreitung nicht von der Nähe zum Wassers abhängig war.

    Das Massenaussterben am Ende des Perms war das größte bekannte Artensterben der Erdgeschichte – ca. 90% aller Arten von Meeresbewohnern starben in kurzer Zeit aus.

    Das Mesozoikum begann mit der Trias, die sich erheblich von den anderen Perioden unterscheidet, das Klima wurde trockener, was wiederum die Verbreitung der Wälder beeinflusste. In der Trias erlebten die Reptilien einen ungeheuren Aufschwung. Der drei Meter lange Coelophysis ist einer der Dinosaurier der Trias. Neben diesem ist der Placerias, ein herbivorer Therapside, der den Dicynodontia angehörte, zu sehen.

  Das Mesozoikum wird in der Regel als die Blütezeit der Reptilien charakterisiert, doch parallel entwickelten sich auch Säugetiere und Vögel. Der Jura und die Kreide sind bekannt für ihre Vielfalt an Dinosauriern. Nicht weniger interessant sind die Weichtiere – Ammoniten und Belemniten.

    In der Ausstellung sind auch Ammoniten des Jura aus dem südöstlichen Teil Lettlands zu besichtigen. Peloneustes ist das einzige Reptil der Jura-Periode, dessen Fossilien in Lettland gefunden wurden.

    In der Kreide-Periode gab es zahlreiche Arten von gehörnten Dinosauriern, zum Beispiel den Triceratops. Der sechs Meter hohe Tyrannosaurus war einer der größten Fleischfresser der Erdgeschichte. Er hatte viele scharfe Zähne. Im Schaukasten sind die Zahnfragmente des Tyrannosaurus zu besichtigen.

    Am Ende der Kreidezeit kam es zu einem weltweiten Massenaussterben, das fast alle Tiergruppen und viele Pflanzengruppen erfasste. Mit dem Anfang des Känozoikums entwickelten sich die heute bekannten Säugetiere – Rüsseltiere, Paarhufer, Unpaarhufer, Raubtiere, Primaten und viele andere. Das Aussterben der Dinosaurier wird mit den durch einen Meteoriteneinschlag oder einen gesteigerten Vulkanismus verursachten katastrophalen Veränderungen erklärt.

  Für das Paläogen ist die Vielfalt von Weichtieren charakteristisch. In den warmen Meeren entwickelten sich die Meeresigel und Korallen, wie wir sie heute kennen. In Asien wurden Fossilien des prähistorischen Nashorns Indricotherium gefunden. Dieses Tier erreichte eine Höhe von 6 Metern und eine Länge von 9 Metern.

  Im Neogen kam es zu einer langsamen klimatischen Abkühlung und die Verbreitung von wärmeliebenden Pflanzen ging zurück. Palmen wurden in Europa zu einer Seltenheit, doch es verbreiteten sich Eichen, Ahorne, Kastanien und Nadelbäume. Es erschienen Elche, Hirsche und Wildschweine. Auch Rüsseltiere gab es in Europa.

  Das Quartär unterscheidet sich wesentlich von den anderen Perioden. Es kam zur Vergletscherungen in der Nordhemisphäre mit einem Wechsel von Kaltzeiten und Warmzeiten. Südlich des Gletschers entstand die Mammutsteppe oder Steppentundra mit einer eigenartigen Fauna nahe dem Gletscher. Die größten Tiere waren Mammuts und Wollnashörner. Namensgebend für diese Arten ist das grobe Außenfell, das vor Kälte schützte. Fossilien dieser Tiere wurden auch in Lettland gefunden. Während der Nacheiszeit lebten in Lettland Auerochsen und Bisons, deren Fossilien in den Sedimenten des Quartärs gefunden werden können.

 

 

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